RU · RUS
Rohstoff- und Energieexporteur / eurasisches Transitland
Hauptstadt: Moskau
Kurzprofil
Russland (ISO-Code: RU) ist flĂ€chenmĂ€ssig der grösste Staat der Erde und erstreckt sich ĂŒber Osteuropa und Nordasien mit ZugĂ€ngen zur Ostsee, zum Schwarzen Meer, zum Arktischen Ozean und zum Pazifik. Politisch ist es eine föderale Republik mit stark zentralisierter Machtstruktur. Das Klima reicht von arktisch im Norden ĂŒber kontinental in grossen Teilen Sibiriens bis zu gemĂ€ssigten Zonen im Westen und SĂŒden. Wirtschaftlich verfĂŒgt Russland ĂŒber bedeutende Rohstoffvorkommen, insbesondere Erdöl, Erdgas, Kohle und Metalle, die eine zentrale Rolle in der Wertschöpfung und Logistik spielen. Im Aussenhandel ist das Land traditionell stark exportorientiert bei Energie und Rohstoffen, wĂ€hrend Industrieerzeugnisse, Maschinen und KonsumgĂŒter importiert werden. Die ImportabhĂ€ngigkeit ist insbesondere bei Technologie, Spezialmaschinen und hochwertigen IndustriegĂŒtern ausgeprĂ€gt. Logistisch besitzt Russland aufgrund seiner geografischen Lage eine potenzielle Transitfunktion zwischen Europa und Asien, die durch politische Rahmenbedingungen und InfrastrukturengpĂ€sse eingeschrĂ€nkt ist. Wichtige VerkehrstrĂ€ger sind Eisenbahn, Pipelines, SeehĂ€fen und Binnenwasserwege. Die LandeswĂ€hrung ist der Russische Rubel (RUB).
Zollbehörde
Föderaler Zolldienst Russlands (FTS / FCS)Import-System
Elektronische Zollanmeldung nach dem Zollkodex der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU); Abfertigung ĂŒber das automatisierte Informationssystem des FTS, Vorabinformation und elektronische Deklaration verpflichtend.
Export-System
Ausfuhrabfertigung elektronisch im EAWU-Zollkodex ĂŒber das FTS-System; fĂŒr EnergietrĂ€ger, Rohstoffe und Dual-Use-GĂŒter gelten Ausfuhrzölle, Lizenzen und Exportkontrollen.
Einfuhrsteuer / MwSt
EAWU-Binnenmarkt zollfrei (Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan); Freihandelsabkommen u.a. mit Vietnam, Serbien, Iran und Singapur; Ursprungsnachweis CT-1/EAV.
Einfuhrverbote fĂŒr bestimmte Agrar- und Lebensmittel aus 'unfreundlichen' Staaten (Gegensanktionen seit 2014); Parallelimporte ohne Markeninhaber-Zustimmung bis 2026 verlĂ€ngert; Waffen, Drogen und Dual-Use lizenzpflichtig.
Umfassende westliche Sanktionen: EU (20. Paket vom 23.4.2026, LNG-Importstopp ab 2027), USA (OFAC E.O. 14024, Rosneft/Lukoil als SDN seit Okt. 2025, BIS/EAR), UK; Energie-, Finanz- und Dual-Use-BeschrÀnkungen.
Ohne GewĂ€hr â bitte immer mit Spediteur/Zollagent und offiziellen Behörden abgleichen.
Kurzer Praxis-Ăberblick fĂŒr internationale Sendungen nach Europa. Je nach Zielland (z.B. Zollunion, Einfuhrumsatzsteuer, Produktvorschriften) können AblĂ€ufe und Dokumente variieren.
Hinweis: Anforderungen hÀngen von Ware, Ursprung, Incoterms, Wert und EmpfÀnger ab. Bitte im Zweifel immer mit Spediteur/Zollagent und offiziellen Stellen abgleichen.
Offizielle Links
Hinweis: Regionale/ĂŒbergreifende Quellen. LĂ€nderspezifische Behördenlinks werden schrittweise ergĂ€nzt.
Sehr hohe geopolitische und Compliance-Risiken durch Sanktionen, Zahlungs- und VersicherungsbeschrĂ€nkungen sowie Lieferketten-Umleitung nach Asien; sorgfĂ€ltige Sanktions- und Dual-Use-PrĂŒfung zwingend.
Winterliche Vereisung arktischer und Ostsee-HĂ€fen erfordert Eisbrecher; extreme KĂ€lte in Sibirien; FrĂŒhjahrshochwasser und Rasputiza-Schlammperioden behindern Strassen- und Binnenschiffsverkehr.
Handelsströme seit 2022 stark nach China, Indien, TĂŒrkei und Zentralasien verlagert; Ausbau von Transsib/BAM und INSTC-Nord-SĂŒd-Korridor im Fokus; Parallelimporte 2025 rĂŒcklĂ€ufig (Stand Juni 2026).
Stand: 2026-06-27
Operative Hinweise â kein Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit. Bitte mit Spediteur und offiziellen Stellen abgleichen.
Offizielle Quellen
Quellenangaben ohne GewĂ€hr. FĂŒr rechtliche/steuerliche Entscheide offizielle Stellen konsultieren.
Auf Importe wird die Einfuhr-Mehrwertsteuer von 22 Prozent erhoben (seit 1.1.2026, zuvor 20; ermÀssigt 10 Prozent auf bestimmte Waren), zusÀtzlich der gemeinsame Aussenzoll der Eurasischen Wirtschaftsunion sowie ggf. Verbrauchsteuern.
Es gelten umfassende Sanktionen der EU (20. Paket vom 23.4.2026), der USA (OFAC, u.a. Rosneft und Lukoil als SDN seit Oktober 2025, BIS/EAR-Exportkontrollen) und des Vereinigten Königreichs. Betroffen sind Energie, Finanzdienstleistungen sowie Dual-Use- und HochtechnologiegĂŒter. Eine sorgfĂ€ltige Sanktions- und EndverwendungsprĂŒfung ist zwingend.
Russland erlaubt seit 2022 Parallelimporte, also die Einfuhr bestimmter Markenwaren ohne Zustimmung des Rechteinhabers. Das Verfahren wurde bis 2026 verlÀngert, die Warenliste jedoch laufend angepasst und 2025 verkleinert.
Zu den grössten HÀfen zÀhlen Noworossijsk am Schwarzen Meer, Ust-Luga und Primorsk an der Ostsee, Sankt Petersburg sowie Wostotschny, Wladiwostok und Nachodka im Fernen Osten und Murmansk in der Arktis.
Die Schiene ist zentral: Transsibirische Eisenbahn (Transsib) und Baikal-Amur-Magistrale (BAM) verbinden den Westen mit dem Fernen Osten und China. Beide werden ausgebaut, um die nach Asien verlagerten GĂŒterströme aufzunehmen.
ZustĂ€ndig ist der Föderale Zolldienst Russlands (FTS). Die Abfertigung erfolgt elektronisch nach dem Zollkodex der Eurasischen Wirtschaftsunion ĂŒber das automatisierte Informationssystem des FTS mit verpflichtender Vorabinformation.
Ja. Russland ist Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) gemeinsam mit Armenien, Belarus, Kasachstan und Kirgisistan. Innerhalb der Union entfallen Zölle, nach aussen gilt ein gemeinsamer Aussenzoll.
FĂŒr internationale Transporte helfen diese Begriffe als Schnellstart: