Das Containerschiff «Dubai Tower» ist nach einer 25-tägigen Reise von China im britischen Teesport angekommen. Betreiber Sea Legend bezeichnet die Fahrt als Beginn eines wöchentlichen, saisonalen Containerdienstes über Russlands Nördlichen Seeweg. Zwischen August und Oktober sind acht Reisen geplant.
Das Schiff verliess Ningbo-Zhoushan am 15. August. Zur Ladungsmenge gehen die Angaben auseinander: Laut ABC waren es rund 1'500 Container, laut Global Times unter Berufung auf den Betreiber 1'370 TEU und laut The Maritime Executive 1'300 TEU bei einer Schiffskapazität von rund 1'740 TEU. Geladen waren unter anderem Energiespeicher, Batterien und Solarkomponenten. Im Vergleich zur Route durch Malakka und den Suezkanal wurde die Reisezeit laut ABC nahezu halbiert.
Trotzdem ist die Arktis keine neue Hauptstrecke. Das Fahrfenster ist kurz und vom Eis abhängig. Viele Schiffe benötigen russische Genehmigungen, Wetterberatung oder Eisbrecher-Unterstützung. Dazu kommen höhere Anforderungen an Schiff, Crew, Versicherung und Notfallplanung. Bei einer Havarie sind Hilfe und Bergung schwieriger als auf etablierten Routen.
Auch Sanktionen müssen geprüft werden. Die Route führt entlang der russischen Küste und ist betrieblich stark von Russland abhängig. Für europäische Verlader können dadurch Banken, Versicherer oder Vertragspartner Einschränkungen machen, selbst wenn die Ladung an sich nicht sanktioniert ist.
Der Zeitvorteil ist interessant für hochwertige und saisonale Ware. Die kleine Zahl geplanter Fahrten und die geringe Gesamtkapazität zeigen aber: Für die meisten Lieferketten bleibt dies vorerst eine Speziallösung, nicht der Ersatz für Suez.
