Die südkoreanische PanStar Line bereitet eine erste Container-Testfahrt durch die Nordostpassage vor. Das rund 2’800 TEU grosse Charterschiff soll nach aktueller Planung am 22. August 2026 in Busan starten und anschliessend Rotterdam, Hamburg und Gdansk anlaufen. Die Route führt nördlich von Russland durch die Arktis nach Europa.
PanStar hat am 22. Juli ein eigenes Buchungs- und Offertsystem für die Fahrt geöffnet. Seither nehmen die Anfragen laut Reederei deutlich zu. Es gibt bereits Buchungen und konkrete Verhandlungen für Autoteile, Kunstharze, Occasionsfahrzeuge, Lebensmittel, Flüssigladungen, Kosmetikprodukte und Stahlwaren. Auch Verlader aus Japan und China interessieren sich für die Fahrt und könnten ihre Ladung über Busan auf das Schiff umladen.
An einer Informationsveranstaltung nahmen mehr als 150 Vertreter von Verladern, Spediteuren, Versicherungen und Logistikunternehmen teil. Darunter waren Samsung SDS, Hyundai Glovis, CJ Logistics, LX Pantos, Taewoong Logistics und Intergis. Das zeigt, dass die Branche die Verbindung ernsthaft prüft. Eine vollständige Auslastung des Schiffes wurde bisher jedoch nicht bestätigt.
Die Nordostpassage könnte die Entfernung zwischen Nordostasien und Nordeuropa gegenüber der Route durch den Suezkanal verkürzen. PanStar spricht von einem möglichen Zeitvorteil von mindestens 20 Tagen. Ob diese Einsparung in der Praxis erreicht wird, muss die Testfahrt aber erst zeigen. Eisverhältnisse, Wetter, Geschwindigkeit, Versicherungen und behördliche Vorgaben können den Fahrplan beeinflussen.
Die Fahrt ist deshalb noch kein neuer Liniendienst. Südkoreas Regierung will damit zunächst Erfahrungen, Betriebsdaten und Erkenntnisse zur Wirtschaftlichkeit sammeln. Erst danach soll geprüft werden, ob regelmässige Verbindungen möglich sind.
