Südkorea macht beim Thema Arktisroute ernst. Die PanStar Acro ist am 22. August im Hafen Busan zu einer kommerziellen Testfahrt Richtung Europa ausgelaufen. Das 2’758-TEU-Schiff fährt über die Beringsee und die Northern Sea Route entlang der russischen Arktis.
An Bord befinden sich 837 TEU. Geladen wurden unter anderem Chemieprodukte, Autoteile und Gebrauchtfahrzeuge. Rund 100 TEU sind Leercontainer. Damit ist es kein reiner Demonstrationslauf, sondern ein Test unter echten Transportbedingungen.
Geplant sind Anläufe in Felixstowe in Grossbritannien, Rotterdam in den Niederlanden und Gdansk in Polen. Anschliessend soll das Schiff über die Arktis nach Busan zurückkehren. Für die gesamte Rundreise werden ungefähr 40 bis 45 Tage eingeplant.
Interessant ist vor allem die Frage, ob sich daraus langfristig eine weitere Verbindung zwischen Asien und Europa entwickeln kann. Die Route über die Arktis ist deutlich kürzer als der klassische Weg über den Suezkanal. Ob sie deshalb auch wirtschaftlicher ist, steht aber noch nicht fest.
Genau das soll die Testfahrt zeigen. Südkorea will Daten zu Fahrzeit, Treibstoffverbrauch, Kosten und betrieblichen Risiken sammeln. Die Regierung verfolgt das Ziel, Arktisverkehre langfristig auszubauen und Busan stärker als Logistikdrehscheibe zu positionieren.
Einfach wird das nicht. Die Route ist saisonabhängig, Eis und Wetter bleiben schwer kalkulierbar und die Fahrt führt durch ein geopolitisch sensibles Gebiet entlang Russlands. Reuters weist deshalb auch auf mögliche Spannungen mit westlichen Partnern hin. Südkorea hatte sich für die Reise mit Moskau abgestimmt.
Für die Seefracht entsteht damit nicht plötzlich eine dritte Standardroute neben Suez und dem Kap der Guten Hoffnung. Aber aus einem politischen Projekt ist jetzt ein echter Transport geworden.
