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Hauptstadt: La Paz
Bolivien (ISO-Code: BO) liegt in Zentral-Südamerika und grenzt an Brasilien, Paraguay, Argentinien, Chile und Peru. Das Land ist eine präsidiale Republik mit föderaler Gliederung und stabilen, jedoch politisch heterogenen Institutionen. Das Klima ist regional stark variierend: tropisch-feucht im Tiefland, semiarid in den Hochebenen und kalt-alpin in den Anden. Wirtschaftlich stützt sich Bolivien auf Rohstoffe wie Erdgas, Mineralien und landwirtschaftliche Produkte, während die industrielle Verarbeitung begrenzt ist. Das Land ist importabhängig für Industrieprodukte, Maschinen, Treibstoffe und Konsumgüter. Aufgrund der Binnenlage und eingeschränkter Hafenanbindungen spielt Bolivien eine begrenzte Transitrolle, wobei der Zugang über Häfen in Chile und Peru erfolgt. Der Aussenhandel ist stark auf Energieexporte und Mineralien konzentriert, während Importe den Binnenbedarf decken. Die Landeswährung ist der Boliviano (BOB), der stabile Handels- und Zahlungsprozesse unterstützt. Logistisch erfordert der Binnenstatus ein effizientes Strassen- und Eisenbahnnetz zur Anbindung an internationale Märkte.
Kurzer Praxis-Überblick für internationale Sendungen nach Amerika. Je nach Zielland können zusätzliche Sicherheits-/Vorabmeldungen, Lizenz-/Produktanforderungen oder Broker-Prozesse gelten.
Zollbehörde
Aduana Nacional de Bolivia (ANB)Import-System
Einfuhrabfertigung über die elektronische Importerklärung (DUI) im System SIDUNEA++/SUMA der Aduana Nacional; Abgaben binnen drei Werktagen an Banco Union; Ampel-Kanal grün, gelb oder rot.
Export-System
Ausfuhrabfertigung über die elektronische Exporterklärung (DEX) im SIDUNEA-System der Aduana Nacional; Hafenlogistik der Transithäfen wird über die ASP-B koordiniert.
Einfuhrsteuer / MwSt
Präferenznachweise (Certificado de Origen) im Rahmen von Mercosur und CAN (Comunidad Andina) über autorisierte Stellen; Bolivien ist seit 2024 Mercosur-Vollmitglied.
Einfuhrbeschränkungen u.a. für Gebrauchtfahrzeuge (Altersgrenzen), Gebrauchtkleidung, Waffen, Suchtstoffe sowie geschützte Arten (CITES).
Keine umfassenden internationalen Sanktionen gegen Bolivien (Stand 2025); übliche Exportkontrolle bei Waffen, Dual-Use- und CITES-Gütern.
Ohne Gewähr — bitte immer mit Spediteur/Zollagent und offiziellen Behörden abgleichen.
Hauptrisiken: Binnenlage mit langen Transitwegen, Abhängigkeit von Häfen in Chile und Peru, gelegentliche Strassenblockaden und soziale Konflikte sowie anspruchsvolle Höhenlogistik in den Anden.
Regenzeit etwa November bis März mit Überschwemmungen und Erdrutschen im Tiefland und an Andenstrassen; Trockenzeit günstiger für den Strassentransport.
Bolivien wickelt rund 90 Prozent des Aussenhandels über chilenische Häfen (Arica, Antofagasta) ab und diversifiziert Richtung Ilo (Peru) und Hidrovia Paraguay-Parana. Stand: Juni 2026.
Stand: 2026-06-22
Operative Hinweise – kein Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte mit Spediteur und offiziellen Stellen abgleichen.
Offizielle Quellen
Quellenangaben ohne Gewähr. Für rechtliche/steuerliche Entscheide offizielle Stellen konsultieren.
Zuständig ist die Aduana Nacional de Bolivia (ANB). Sie wickelt Ein- und Ausfuhren ab, erhebt die Zollabgaben und betreibt die elektronischen Abfertigungssysteme. Informationen und Regelwerke sind unter aduana.gob.bo abrufbar.
Einfuhren werden mit der Importerklärung DUI (Declaracion Unica de Importacion) im System SIDUNEA++ bzw. SUMA angemeldet. Nach Annahme sind die Abgaben binnen drei Werktagen an die Banco Union zu zahlen; danach weist das System einen Kanal grün, gelb oder rot zu.
Die Einfuhr-IVA beträgt effektiv rund 14,94 Prozent (auf CIF plus Zoll und weitere Aufwendungen). Der Gravamen Arancelario (GA) liegt für die meisten Konsumgüter bei 10 Prozent, für Kapitalgüter bei 5 oder 0 Prozent (Stand 2025).
Rund 90 Prozent des Aussenhandels laufen über die chilenischen Häfen Arica und Antofagasta, wo Bolivien aufgrund des Vertrags von 1904 eigene Zollbefugnisse hat. Alternativen sind Ilo und Matarani in Peru sowie die Hidrovia Paraguay-Parana mit Puerto Aguirre und Puerto Busch.
Wichtigster Frachtflughafen ist Viru Viru (VVI) in Santa Cruz de la Sierra, der zentrale internationale Hub des Landes. El Alto (LPB) bei La Paz liegt auf über 4'000 Metern, was den Einsatz grosser Frachtflugzeuge einschränkt.
Bolivien ist Gründungsmitglied der Comunidad Andina (CAN) und seit Juli 2024 Vollmitglied des Mercosur. Für beide Räume können mit einem Certificado de Origen Zollpräferenzen genutzt werden. Bolivien hat vier Jahre Zeit, seine Gesetzgebung an Mercosur anzupassen.
Zentrale Risiken sind die langen Transitwege durch die Binnenlage, die Abhängigkeit von Häfen in Chile und Peru, gelegentliche Strassenblockaden und soziale Konflikte sowie die Regenzeit (November bis März) mit Überschwemmungen und Erdrutschen.
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