01Pflichten unter DPU
Verkäufer: Transport, Exportzoll, Entladung am Zielort.
Käufer: Importzoll, Abgaben, Weitertransport.
Die genaue Aufteilung der 10 Pflicht-Paare (A1–A10 / B1–B10) ist in den Incoterms 2020-Regeln der ICC verbindlich definiert.
02Risiko- und Kostenübergang
Risikoübergang: Nach vollständiger Entladung am Zielort.
Kostenübergang: Verkäufer trägt Transport inkl. Entladung.
Bei vielen Incoterms fallen Risiko- und Kostenpunkt auseinander — hier lauert das grösste Missverständnis im internationalen Handel. Transportversicherungen sollten immer auf den Risiko-, nicht den Kostenpunkt abgestellt werden.
03Wann sich DPU eignet
Sinnvoll wenn der Verkäufer Entladetechnik/Partnerschaft am Zielort hat (z. B. Projektladung, Schwergut). Ersetzt DAT (Delivered at Terminal) aus den Incoterms 2010.
Vor der Wahl sollten Sie ausserdem prüfen: Haben beide Parteien die operativen Fähigkeiten (Verzollung, Transportorganisation, Versicherung) im jeweiligen Land? Gibt es steuerliche Implikationen (z. B. Umsatzsteuer bei DDP)? Welche Dokumente (Handelsrechnung, Ursprungszeugnis, B/L, CMR, AWB) sind erforderlich?
04Typische Fehler und Fallstricke
1) Modus-Mismatch: DPU passt für alle Verkehrsträger — dennoch sollte in der Handelsrechnung stets der benannte Ort präzise genannt werden (Stadt, Land, ggf. Terminal-Code).
2) On-Board-Vermerk: Bei See-Incoterms ist ein korrekter On-Board-Vermerk auf dem B/L für die Akkreditivabwicklung entscheidend.
3) Versicherungsdeckung: Klären Sie explizit ICC A/B/C und die Deckungssumme.
Häufige Fragen
Was bedeutet DPU in der Praxis?
Einziger Incoterm 2020, bei dem der Verkäufer auch die Entladung übernimmt — Nachfolger von DAT. Gültig für alle Verkehrsträger. Risikoübergang: Nach vollständiger Entladung am Zielort.
Wer zahlt die Transportversicherung bei DPU?
Nicht verpflichtend. Der Käufer trägt das Risiko ab Risikoübergang und sollte entsprechend versichern.
Ist DPU für Container geeignet?
Ja. Die Klausel ist für alle Verkehrsträger einschliesslich Containertransporten geeignet.