Seit dem 1. Juli 2026 gelten neue Regeln der International Air Transport Association, kurz IATA, für den Direct Air Waybill. Ein Air Waybill ist der Luftfrachtbrief. Beim Direct Air Waybill steht der eigentliche Warenversender im Feld «Shipper», während der Spediteur die Sendung als Vermittler bei der Airline einliefert.
Bisher wurde der Spediteur in dieser Konstellation oft als Agent des Absenders behandelt. Neu sollen Airline und Spediteur zuerst schriftlich klären, welche Pflichten, Haftungen und Freistellungen gelten. Gibt es keine besondere Vereinbarung, übernimmt der Spediteur gegenüber der Airline grundsätzlich die gleichen Verpflichtungen wie bei einer Sendung in seinem eigenen Namen.
Das kann teuer werden. Denkbar sind Forderungen wegen falsch deklarierter Ware, verstecktem Gefahrgut, fehlerhaften Zollangaben, Sanktionsverstössen oder Sicherheitsproblemen. Der Spediteur kann damit für Informationen geradestehen, die vom Verlader stammen und die er selber nur begrenzt kontrollieren kann.
Genau davor warnen Verlader- und Spediteurverbände. Das Global Shippers Forum sieht neue Unsicherheit und mögliche Zusatzkosten. FIATA, der Weltverband der Spediteure, hatte vor dem Start eine Überprüfung verlangt und auf offene rechtliche, operative und versicherungstechnische Fragen hingewiesen.
Die Regel ist trotzdem kein pauschaler Automatismus für jede Luftfracht. Sie betrifft den Direct Air Waybill. Zudem kann mit der Airline eine abweichende bilaterale Vereinbarung getroffen werden. Darum ist jetzt wichtig, nicht nur den Luftfrachtbrief anzuschauen, sondern auch Agenturvertrag, Airline-Bedingungen und eigene Speditionsbedingungen zusammen zu prüfen.
