Die Europäische Kommission hat am 2. September 2026 die «EU Industrial Maritime Value Chains Alliance» gestartet. Auf Deutsch bedeutet das ungefähr: Allianz für die industriellen maritimen Wertschöpfungsketten.
Mitmachen können unter anderem Werften, Reedereien, Betreiber von Binnen- und Seeschiffen, Häfen, Zulieferer, Investoren, Behörden, Regionen und Forschungseinrichtungen. Eine erste Frist für Bewerbungen läuft bis zum 16. Oktober 2026. Danach bleibt der Aufruf laut EU weiter offen.
Hintergrund ist der starke Wettbewerbsdruck aus Asien. Europäische Werften haben im normalen Handelsschiffbau über Jahre Marktanteile verloren. Besonders China, Südkorea und Japan verfügen über grosse Baukapazitäten. Europa ist dagegen weiterhin stark bei Spezialschiffen, komplexer Ausrüstung und hochwertiger maritimer Technik.
Die Allianz soll nun Angebot und Nachfrage besser zusammenbringen. Sie soll Projektlisten für neue Schiffe, Reparaturen, Umrüstungen, Recycling und maritime Technologien aufbauen. Dazu können auch emissionsarme Antriebe, digitale Werften, automatisierte Hafenanlagen oder neue Lösungen für Binnenschiffe gehören.
Das ist aber noch kein fertiges Investitionsprogramm. Die EU hat mit dem Start der Allianz keine bestimmte Geldsumme zugesagt. Sie will vielmehr Investitionsschwerpunkte abstimmen und tragfähige Projekte vorbereiten. Öffentliche Fördermittel und privates Kapital sollen dadurch gezielter eingesetzt werden.
Für die Logistik kann das langfristig interessant werden. Moderne Schiffe brauchen weniger Energie, digitale Hafentechnik kann Abläufe beschleunigen und neue Binnenschiffe können ältere Flotten ersetzen. Bis daraus mehr Kapazität oder tiefere Kosten entstehen, dürfte es aber noch einige Zeit dauern.
