Maersk und Hapag-Lloyd stellen vier weitere Liniendienste der Gemini Cooperation auf die Route durch das Rote Meer und den Suezkanal um. Betroffen sind AE5, AE11, AE12 und ME2. Sie ergänzen AE15 und AE19, die bereits via Suez fahren.
Für Verlader bringt die kürzere Route grundsätzlich schnellere Transitzeiten und weniger Treibstoffverbrauch als die Umfahrung des Kaps der Guten Hoffnung. AE5 verbindet Asien mit Nordeuropa, AE11 und AE12 bedienen das Mittelmeer, ME2 verbindet Indien mit Europa. Die ersten westgehenden Umstellungen waren für den 19. beziehungsweise 21. September geplant. Für AE12 sollte der erste Einsatz später bekannt gegeben werden.
Ganz weg ist das Risiko nicht. Beide Reedereien betonen, dass die Nutzung von Suez von einer stabilen Sicherheitslage und dem Ausbleiben neuer Eskalationen abhängt. Bei einer kurzfristigen Rückkehr zur Kaproute verlängern sich Laufzeiten. Anschlussbuchungen, Containerverfügbarkeit und Ankunftsfenster können sich dann verschieben.
Spediteure sollten nicht nur die nominelle Fahrzeit verkaufen. Entscheidend sind das konkrete Schiff, die Reise und der aktuelle Fahrplan. Bei zeitkritischer Ware gehören Puffer und ein Plan für verpasste Feeder-, Bahn- oder Truck-Slots in die Kalkulation. Auch Versicherungsbedingungen für Fahrten durch das Rote Meer sollten geprüft werden.
