Wer einen Container per Schiff verschickt, bezahlt derzeit viel Geld. Dafür bekommt man aber nicht unbedingt einen verlässlichen Fahrplan.
Nach den neuesten Zahlen von Sea-Intelligence lag die weltweite Fahrplantreue der Containerschifffahrt im Juli 2026 bei nur noch 56,4 Prozent. Gegenüber dem Vormonat war das ein Rückgang um 6,1 Prozentpunkte. Im Vergleich zum Juli 2025 lag der Wert sogar 8,8 Prozentpunkte tiefer.
Als pünktlich gilt bei dieser Messung eine Schiffsankunft, die höchstens einen Kalendertag vor oder nach dem veröffentlichten Fahrplan liegt. Schiffe, die später eintrafen, hatten im Juli eine durchschnittliche Verspätung von 6,06 Tagen. Das war der höchste Wert seit Januar 2024. Sea-Intelligence
Gleichzeitig bleiben die Frachtraten hoch. Der World Container Index, kurz WCI, von Drewry lag am 3. September bei 4’465 US-Dollar pro 40-Fuss-Container. Der Index war damit 112 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Drewry
Der WCI bildet vereinbarte Spotraten auf acht wichtigen Ost-West-Routen ab. Spotraten sind kurzfristig ausgehandelte Preise und keine länger laufenden Vertragsraten. Am 3. September kostete Shanghai–Rotterdam laut Drewry beispielsweise 4’092 Dollar. Shanghai–New York lag dagegen bei 9’587 Dollar.
Für Unternehmen bedeutet das: Ein hoher Preis ist noch lange keine Garantie für eine pünktliche Ankunft. Wenn ein Schiff fast eine Woche zu spät kommt, können Anschlussverkehre, Produktionstermine und Kundenlieferungen durcheinandergeraten.
Dazu kommen weitere Kosten. Container stehen länger im Hafen, gebuchte Lastwagen müssen verschoben werden und Lagerbestände werden knapp. Besonders unangenehm wird es, wenn mehrere verspätete Schiffe kurz hintereinander eintreffen. Dann fehlt zuerst die Ware und danach kommen zu viele Container auf einmal.
Die Zahlen zeigen deshalb nicht nur ein Problem der Reedereien. Die schlechte Zuverlässigkeit wirkt sich auf die gesamte Lieferkette aus – vom Hersteller über den Handel bis zum Endkunden.
