In und um die Häfen von Manila stapeln sich leere Container. Viele Boxen können nach dem Entladen nicht rechtzeitig an die Reedereien oder deren Depots zurückgegeben werden. Dadurch bleiben Lastwagen und Chassis gebunden. Für neue Importaufträge fehlt dann schlicht das Fahrzeug.
Zollbroker und Hafen-Trucker starteten am 5. Oktober 2026 einen freiwilligen «Rest Day». Sie sollten unter anderem keine Gate-Pässe erstellen, keine Lastwagen buchen und möglichst keine Sendungen auslösen. Am 6. Oktober folgte eine weitere Gruppe mit einem «Trucking Holiday». Die Teilnahme ist freiwillig. Die Häfen sind also nicht amtlich geschlossen, aber Abholungen, Zustellungen und Zollabläufe können deutlich langsamer laufen.
Der Streit dreht sich nicht nur um die leeren Boxen. Genannt werden auch Reedereigebühren, fehlende Fahrer, lokale Fahrverbote und das Buchungssystem der Terminals. Nach Angaben der beteiligten Gruppen warten einzelne Leercontainer bis zu mehreren Wochen auf eine Rückgabemöglichkeit.
Hapag-Lloyd hat auf die Lage reagiert und nimmt keine neuen Buchungen nach Manila, Batangas und Subic Bay mehr an. Der Stopp gilt für alle Abgangsorte und Fahrtgebiete und ist derzeit bis zum 31. Dezember 2026 angesetzt. Bestehende Buchungen sind nicht automatisch gestrichen. Die Reederei will betroffene Kunden kontaktieren, wenn eine Buchung angepasst oder annulliert werden muss.
Für bereits unterwegs befindliche Ladung bleibt die Sache unangenehm. Verzögerungen bei der Abholung können Lagergeld im Terminal verursachen. Kann der leere Container später nicht zurückgegeben werden, drohen Detention-Kosten. Detention ist die Gebühr für die zu lange Nutzung des Containers ausserhalb des Terminals. Ob freie Tage verlängert oder Kosten erlassen werden, muss je Reederei und Buchung schriftlich geklärt werden.
Wer neue Philippinen-Sendungen plant, sollte Alternativen nicht blind buchen. Auch Batangas und Subic Bay sind bei Hapag-Lloyd gesperrt.
