Am Rhein verschärft sich die Niedrigwasserlage weiter. Der Pegel an der wichtigen Engstelle Kaub lag am Montag bei rund 28 Zentimetern. Nach der Prognose der Wasserstrassen- und Schifffahrtsverwaltung soll er am Donnerstag auf bis zu 19 Zentimeter und am Freitag zeitweise auf 18 Zentimeter fallen.
Damit würde der bisherige Tiefstwert von 25 Zentimetern aus dem Oktober 2018 unterschritten. Noch handelt es sich jedoch um eine Vorhersage. Regenfälle oder veränderte Zuflüsse können die tatsächliche Entwicklung noch beeinflussen. gt zwischen Mainz und Koblenz und gilt als eine der entscheidenden Engstellen für die Rheinschifffahrt. Der Pegelwert entspricht dabei nicht direkt der tatsächlichen Wassertiefe in der Fahrrinne. Trotzdem zeigt er, wie stark Schiffe beladen werden können.
Für die Binnenschifffahrt bedeutet der niedrige Wasserstand, dass viele Schiffe nur noch einen kleinen Teil ihrer üblichen Ladung aufnehmen können. Nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer kann die Transportkapazität bei starkem Niedrigwasser um bis zu 75 Prozent sinken. Für die gleiche Gütermenge werden dadurch deutlich mehr Schiffe und Fahrten benötigt. n sind besonders Massengüter wie Kohle, Erze, Mineralölprodukte, Getreide und chemische Rohstoffe. Unternehmen aus der Chemie-, Stahl- und Mineralölindustrie sind stark auf den Rhein angewiesen.
Die Folgen sind bereits aus früheren Niedrigwasserperioden bekannt: knapper Schiffsraum, höhere Frachtraten, Niedrigwasserzuschläge und längere Lieferzeiten. Eine kurzfristige Verlagerung auf Bahn oder Lkw ist nur begrenzt möglich, weil dort weder genügend Fahrzeuge noch ausreichend freie Kapazitäten vorhanden sind.
Der IfW-Ökonom Stefan Kooths schätzt, dass ein länger anhaltendes Niedrigwasser das deutsche Bruttoinlandprodukt im dritten Quartal um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte dämpfen könnte. Das ist eine wirtschaftliche Einschätzung und noch kein tatsächlich eingetretener Schaden. die Frachtportal User****
Spediteure und Verlader sollten nicht nur auf den offiziellen Pegelstand schauen. Entscheidend sind die tatsächlich angebotene Schiffsraumkapazität, der zulässige Tiefgang des eingesetzten Schiffes und mögliche Niedrigwasserzuschläge.
Bei laufenden Buchungen sollten die Reedereien oder Befrachter nach der bestätigten Lademenge gefragt werden. Bereits gebuchte Mengen können auf mehrere Schiffe verteilt oder zeitlich verschoben werden.
Auch Anschlusstransporte müssen geprüft werden. Verspätete Bargen können zu verpassten Terminalslots, fehlenden Rohstoffen oder zusätzlichen Lagerkosten führen. Wer zeitkritische Ware transportiert, sollte Bahn- und Strassenalternativen frühzeitig abklären und Kunden über mögliche Mehrkosten informieren.
Kurz gesagt: Die 18 Zentimeter sind noch eine Prognose, aber die verfügbaren Transportkapazitäten auf dem Rhein werden bereits jetzt knapper und teurer.
