In der Containerschifffahrt kommen mehrere Belastungen zusammen. Drewry erwartet auf den grossen Ost-West-Routen zwischen Kalenderwoche 41 und 45 insgesamt 39 gestrichene Abfahrten. Das Zeitfenster reicht vom 5. Oktober bis 8. November 2026. Von 710 geplanten Abfahrten fallen damit rund 5 Prozent aus.
Fünf Prozent klingt zunächst wenig. Fällt aber ein Wochendienst aus, wird dessen Ladung auf die nächste Abfahrt geschoben. Dann fehlen Slots, Container rollen und Anschlüsse werden verpasst. Besonders betroffen sind laut Drewry der Transpazifik sowie Asien–Nordeuropa und Asien–Mittelmeer.
Parallel versuchen Reedereien, die gefallenen Raten wieder anzuheben. MSC kündigte für Asien–Nordeuropa ab 19. Oktober eine FAK-Rate von 3'150 USD je TEU und 4'500 USD je 40-Fuss-Container an. FAK bedeutet «Freight All Kinds», also eine veröffentlichte Basisrate für verschiedene Standardgüter. Sie ist nicht automatisch der tatsächliche Marktpreis. Der Shanghai Containerized Freight Index lag am 2. Oktober auf dieser Route bei 3'378 USD je 40-Fuss-Container. Die neue MSC-Rate liegt damit rund 1'122 USD höher. Ob sie am Markt hält, ist offen.
Auch Westafrika macht Probleme. Branchenberichte nennen Wartezeiten von mehr als zehn Tagen in Conakry und Freetown. Für Tema warnte Hapag-Lloyd vor bis zu zehn Tagen beim Löschen und Laden, während aktuelle Messungen eine Verbesserung auf weniger als vier Tage zeigten. Man sollte die drei Häfen deshalb nicht über einen Kamm scheren.
Bei Kühlcontainern wird es zusätzlich teuer. Laut The Loadstar kündigte CMA CGM für Reefer nach Tema einen Stauzuschlag von 400 USD je TEU an. Ein 40-Fuss-Reefer mit zwei TEU kostet damit 800 USD mehr. Hapag-Lloyd nannte zusätzlich 250 USD für Reefer nach Tema.