Auf der Asien–Europa-Route kommen zwei Entwicklungen zusammen. Erstens stehen die Container-Spotraten seit rund drei Monaten unter Druck. Zweitens fahren wieder mehr Reedereien und grosse Containerschiffe über den Suezkanal und das Rote Meer.
Gemini mit Maersk und Hapag-Lloyd hat mehrere Dienste wieder auf Suez-Routing umgestellt. Auch CMA CGM, MSC und Cosco haben auf einzelnen Verbindungen wieder mehr Präsenz im Roten Meer gezeigt.
Wenn Schiffe statt um das Kap der Guten Hoffnung wieder durch Suez fahren, sinkt die Fahrzeit. Dadurch wird rechnerisch Schiffskapazität frei. Das kann zusätzlichen Druck auf die Frachtraten bringen.
Für Verlader klingt das zunächst gut. Trotzdem sollte man nicht davon ausgehen, dass die Raten nur noch fallen. Hafenstau, Golden Week, Blank Sailings und mögliche neue Sicherheitsprobleme können Kapazität schnell wieder verknappen.
Blank Sailing bedeutet, dass eine Reederei eine geplante Abfahrt aus dem Fahrplan nimmt. Damit kann kurzfristig wieder weniger Platz verfügbar sein.
Für die Vertragsverhandlungen 2027 wird genau diese Mischung spannend: mehr nominelle Kapazität, aber weiterhin hohe Unsicherheit auf einzelnen Routen.