Indien will mehr Luftfracht über den eigenen Flughafen Delhi führen. Bisher läuft ein Teil dieser Fracht über grosse Drehkreuze wie Dubai, Doha oder Singapur. Ein neues Verfahren soll Delhi nun schneller und damit interessanter machen.
Getestet wurde die Strecke Chennai–Delhi–Frankfurt. Geeignete Fracht muss beim Umladen in Delhi nicht mehr komplett zerlegt und Stück für Stück erneut kontrolliert werden. Sie kann in derselben gesicherten ULD bleiben. Eine ULD ist vereinfacht gesagt ein Luftfrachtcontainer oder eine spezielle Flugzeugpalette.
Laut Air India sank die durchschnittliche Anschlusszeit in Delhi von 36 bis 48 Stunden auf 5 bis 8 Stunden. Die indische Regierung spricht bei der gesamten Transportkette von einer Verkürzung von 60 auf 20 Stunden. Das macht einen Anschlusflug realistischer und reduziert unnötiges Handling.
Das Verfahren wird nun ausgeweitet. Neben Chennai kommen Ahmedabad, Bengaluru, Hyderabad und Mumbai als Ausgangspunkte hinzu. In Europa werden Frankfurt, Kopenhagen und London Heathrow bedient.
Für Spediteure ist das interessant, aber noch kein Selbstläufer. Die Fracht muss am Start korrekt gesichert sein. Auch Kennzeichnung, Buchung und Frachtpapire müssen stimmen. Sonst ist der Zeitvorteil schnell wieder weg.
Delhi kann damit auf einzelnen Indien-Europa-Verbindungen konkurrenzfähiger werden. Von einem echten Ersatz für Dubai, Doha oder Singapur kann aber noch keine Rede sein. Dafür braucht es mehr Ziele, mehr Kapazität und dauerhaft zuverlässige Anschlüsse.
