Niedrige Pegelstände auf dem Rhein, insbesondere bei Kaub und im Raum Duisburg-Ruhrort, schränken die Binnenschifffahrt derzeit erheblich ein. Laut einer am 15. Oktober 2026 veröffentlichten Einschätzung von Gunther Ginckels (SeasC4U) handelt es sich um eine der schwerwiegendsten Rheinschifffahrtsstörungen seit dem historischen Niedrigwasser von 2018. In Duisburg-Ruhrort, dem grössten Binnenhafen Europas, steht derzeit nur noch rund zwei Drittel der üblichen Ladekapazität zur Verfügung, da Barges wegen des geringen Tiefgangs nicht mehr voll beladen werden können. Einzelne Dienste in der Nähe von Kaub wurden zeitweise ganz eingestellt; eine vollständige Sperrung des Rheins besteht jedoch nicht. Betroffen sind vor allem Hinterlandverkehre, die Rotterdam und Antwerpen mit den Binnenhäfen Basel und Duisburg verbinden. Für 15 bis 30 Prozent der betroffenen Ladung steht laut Einschätzung der Experten auch bei intensiver Nutzung von Lkw keine ausreichende Alternativkapazität zur Verfügung. Wer auf die Bahn ausweichen will, muss mit Vorlaufzeiten von bis zu sechs Wochen für zusätzliche Slots rechnen, beim Lkw sind es rund zwei Wochen. Die Hafenbehörde von Rotterdam betont, der Seehafen selbst sei weiterhin voll funktionsfähig; die Binnenschiff-Volumina seien im Jahresvergleich relativ stabil. Die Engpässe liegen demnach nicht in Rotterdam selbst, sondern weiter stromaufwärts auf dem Rhein. Antwerpen ist als weiterer Anbindungshafen der betroffenen Hinterlandverkehre genannt, jedoch nicht als eigenständig gestörter Standort. Spediteure und Verlader mit Rhein-Hinterlandbezug sollten frühzeitig alternative Kapazitäten bei Bahn und Lkw reservieren und mit höheren Niedrigwasserzuschlägen sowie Lagergeld bei verzögertem Umschlag rechnen.

Rhein-Niedrigwasser belastet Hinterlandverkehr nach Basel und Rotterdam-Antwerpen
Niedrigwasser auf dem Rhein reduziert die Ladekapazität in Duisburg-Ruhrort um rund ein Drittel und belastet den Hinterlandverkehr zwischen Rotterdam/Antwerpen und Basel/Duisburg.
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Was bedeutet das für mich? Wer regelmässig Sendungen über den Rhein zwischen den Seehäfen Rotterdam/Antwerpen und den Binnenhäfen Basel oder Duisburg disponiert, sollte jetzt aktiv alternative Transportkapazitäten bei Bahn und Lkw anfragen. Die Vorlaufzeiten für zusätzliche Bahnkapazität liegen bei bis zu sechs Wochen, beim Lkw bei rund zwei Wochen - wer zu spät plant, riskiert Lieferverzögerungen. Zusätzlich sollten höhere Niedrigwasserzuschläge und mögliches Lagergeld bei verzögertem Umschlag budgetiert werden.
Fakten, Listen & Beweise
Fakten, Listen & Beweise
- Datum der Einschätzung: 15. Oktober 2026 (Gunther Ginckels, SeasC4U) - Betroffene Region: Rhein, insbesondere Kaub und Duisburg-Ruhrort - Kapazität Duisburg-Ruhrort: rund zwei Drittel der üblichen Ladekapazität - 15-30% der betroffenen Ladung ohne ausreichende Alternativkapazität auch bei intensiver Lkw-Nutzung - Vorlaufzeit Bahn: bis zu 6 Wochen; Vorlaufzeit Lkw: rund 2 Wochen - Keine vollständige Rheinsperrung, einzelne Dienste bei Kaub zeitweise eingestellt - Rotterdam: Seehafen voll funktionsfähig, Binnenschiff-Volumen stabil; Engpässe liegen stromaufwärts - Betroffene Länder: Deutschland, Schweiz; Anbindung über Seehäfen Rotterdam (NL) und Antwerpen (BE)
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