Europas Elektro-Lkw könnten im Jahr 2035 rund 100 Terawattstunden Ladestrom benötigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des International Council on Clean Transportation, kurz ICCT. Die Forschungsorganisation rechnet mit einem mittleren Tempo beim Umstieg auf elektrische Lastwagen. Eine Terawattstunde entspricht einer Milliarde Kilowattstunden.
Der grösste Teil der Energie soll in den Betriebshöfen geladen werden. Die Untersuchung sieht dort Anteile von mehr als 70 bis 80 Prozent. Besonders viel Bedarf wird entlang wichtiger Güterverkehrsachsen und bei grossen Industriegebieten erwartet. Das spricht dafür, Ladeplätze dort zu planen, wo die Fahrzeuge ohnehin stehen oder regelmässig vorbeikommen.
Für einen Fuhrpark ist die gesamteuropäische Zahl allerdings noch keine Grundlage für die eigene Strombestellung. Dafür braucht es die Tageskilometer, den Verbrauch je Tour und die Zeit, die zum Laden bleibt. Zwei Betriebe mit gleich vielen Fahrzeugen können ganz unterschiedliche Anschlussleistungen benötigen.
Wer auf E-Lkw umstellen möchte, sollte deshalb zuerst einen Wochenplan mit echten Touren erstellen. Darin müssen auch Spitzen, verspätete Rückkehrer und Reservefahrzeuge vorkommen. Erst danach lässt sich sinnvoll festlegen, wie viele Ladeplätze gleichzeitig gebraucht werden und welche Leistung der Netzbetreiber bereitstellen soll.
