Die Rückkehr einzelner Containerdienste auf die Route durch den Suezkanal kann den Druck auf Asien–Europa-Frachtraten verstärken. Das berichtet The Loadstar am 6. Oktober unter Berufung auf Linerlytica. Gleichzeitig wirken zusätzliche neue Schiffe und gestrichene Abfahrten rund um Chinas Golden Week auf das Angebot.
Der Zusammenhang ist praktisch: Wenn ein Dienst einen kürzeren Weg fährt, kann er seinen Umlauf mit weniger gebundener Schiffszeit bedienen. Dadurch kann rechnerisch Kapazität frei werden. Wie stark dieser Effekt im Markt ankommt, hängt jedoch davon ab, welche Dienste tatsächlich zurückkehren und wie die Reedereien ihre Fahrpläne anpassen.
Von einer vollständigen Rückkehr aller Anbieter ist deshalb nicht auszugehen. Der Bericht nennt sowohl bereits zurückkehrende Reedereien als auch weiterhin bestehende Sicherheitsbedenken anderer Beteiligter. Für eine einzelne Buchung zählt die bestätigte Route des vorgesehenen Dienstes. Ein allgemeiner Marktbericht ersetzt diese Auskunft nicht.
Parallel versuchen Reedereien, höhere Tarife durchzusetzen. Genannte neue MSC-FAK-Raten ab 19. Oktober sind angekündigte Preisvorgaben. FAK bedeutet einen allgemeinen Frachttarif für verschiedene Warenarten. Ob Kunden diesen Preis tatsächlich zahlen, hängt vom Angebot und vom jeweiligen Abschluss ab. Er darf deshalb nicht als bereits erreichter Marktpreis dargestellt werden.
Verlader sollten bei einem geänderten Routing auch die Ankunft neu prüfen. Eine kürzere Seestrecke kann Auswirkungen auf Lagertermine, Zollvorbereitung und den gebuchten Nachlauf haben. Früher eintreffende Container sind nur dann ein Vorteil, wenn die Abholung und Warenannahme ebenfalls bereitstehen.
Für Speditionen empfiehlt sich ein Vergleich vollständiger Angebote. Neben dem Preis gehören Route, Zuschläge und mögliche Fahrplanänderungen auf den Tisch. Eine günstigere Rate allein sagt wenig darüber aus, ob die Verbindung zum gewünschten Liefertermin passt. Auch die Sicherheitslage sollte vor der Abfahrt erneut mit dem Transportpartner abgeglichen werden.
