In der Tarifrunde für die deutschen Seehäfen gibt es ein neues Angebot der Arbeitgeber. Nach zwei Verhandlungstagen am 5. und 6. August in Bremerhaven bietet der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe ZDS den Beschäftigten nun 5,1 Prozent mehr Lohn rückwirkend ab dem 1. August 2026.
Dazu sollen ab Januar 2027 das Urlaubsgeld um 300 Euro und die jährliche Zulage für Beschäftigte in den grossen Containerbetrieben um 460 Euro steigen. Der vorgeschlagene Tarifvertrag hätte eine Laufzeit von 19 Monaten bis Ende Februar 2028. Die Arbeitgeber haben das Angebot nach Angaben von Verdi als final bezeichnet.
Eine Einigung gibt es damit aber noch nicht. Verdi diskutiert das Angebot jetzt mit den Beschäftigten in den Häfen. Die Rückmeldungen sollen bis Freitagmorgen, 14. August, gesammelt werden. Danach entscheidet die Bundestarifkommission der Gewerkschaft über das weitere Vorgehen.
Betroffen sind rund 11’000 Beschäftigte in Hamburg, Bremen und Bremerhaven sowie Emden, Brake und Wilhelmshaven. Verdi war ursprünglich mit einer Forderung von 8,2 Prozent mehr Lohn bei zwölf Monaten Laufzeit in die Verhandlungen gegangen. Alternativ wurde eine Erhöhung von mindestens 2,50 Euro pro Stunde gefordert.
Für die Logistik ist deshalb vor allem wichtig: Das Thema ist noch nicht erledigt. Die Friedenspflicht ist bereits beendet. Sollte die Belegschaft das Angebot ablehnen und Verdi den Arbeitskampf aufnehmen, wären Warnstreiks grundsätzlich möglich. Ein konkreter Streiktermin steht derzeit aber nicht fest.
