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Alle Informationen, Artikel und Verknüpfungen zu diesem Land.
Hauptstadt: Jerewan
Armenien (AM) ist eine Binnenrepublik im Südkaukasus und grenzt an Georgien, Aserbaidschan, Iran und die Türkei. Seit dem 2. Januar 2015 ist das Land Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) und wendet deren Gemeinsamen Zolltarif an; der Warenverkehr mit Russland, Belarus, Kasachstan und Kirgisistan erfolgt ohne Zollabfertigung. Zoll und Steuern verantwortet das Staatliche Steuerkomitee (SRC) mit der armenischen Zollverwaltung; auf Einfuhren wird eine Mehrwertsteuer von 20 Prozent erhoben, Ausfuhren sind zollfrei und mit dem Nullsatz belegt. Wirtschaftlich prägen Bergbau (Kupfererze, Gold), Nahrungsmittel, IT-Dienstleistungen sowie ein stark gewachsener Re-Export-Sektor das Aussenhandelsprofil; seit 2022 ist der Handel mit Russland sprunghaft gestiegen, was international als Sanktionsumgehungs-Risiko beobachtet wird. Als Land ohne Meereszugang ist Armenien auf Nachbarkorridore angewiesen: Rund 80 Prozent des Aussenhandels laufen über Georgien (Übergänge Bagratashen, Bavra und Gogavan) und die Schwarzmeerhäfen Poti und Batumi, wobei der Pass Oberer Lars (Verkhny Lars) die zentrale Verbindung nach Russland bildet. Im Süden verbindet der Übergang Meghri/Agarak das Land mit Iran, wo eine Freihandelszone den Transit fördert. Die Grenzen zu Türkei und Aserbaidschan sind geschlossen; der 2025 und 2026 vorangetriebene Friedensprozess mit Aserbaidschan (TRIPP, Crossroads of Peace) könnte mittelfristig neue Korridore eröffnen. Luftfracht läuft über Zvartnots (EVN) in Jerewan, der Schienenverkehr über die Südkaukasische Eisenbahn Richtung georgische Häfen. Die Landeswährung ist der Armenische Dram (AMD).
Kurzer Praxis-Überblick für internationale Sendungen nach Asien. Je nach Zielland sind Produktanforderungen, Zertifikate und Freigabeprozesse teils stark unterschiedlich.
Zollbehörde
Staatliches Steuerkomitee (State Revenue Committee, SRC) mit der armenischen ZollverwaltungImport-System
EAWU-Zollkodex und Gemeinsamer Zolltarif der EAWU. Einfuhren aus den EAWU-Staaten Russland, Belarus, Kasachstan und Kirgisistan erfolgen ohne Zollabfertigung. Abwicklung über die armenische Zollverwaltung des SRC.
Export-System
Ausfuhrabwicklung über das SRC. Ausfuhren sind grundsätzlich zollfrei und mehrwertsteuerlich mit dem Nullsatz (0 Prozent) belegt.
Einfuhrsteuer / MwSt
Ursprungszeugnis CT-1 im EAWU-Verkehr, Ursprungserklärung, Certificate of Origin. EAWU-Mitglied mit Freihandel innerhalb der Union; EAWU-Freihandelsabkommen u.a. mit Iran, Vietnam, Serbien und Singapur. Mit der EU besteht das Partnerschaftsabkommen CEPA (in Kraft seit 1. März 2021); die EU-Präferenzen nach APS plus (GSP plus) sind zum 1. Januar 2022 entfallen, nachdem Armenien drei Jahre in Folge als Land mit höherem mittlerem Einkommen eingestuft wurde.
Verboten bzw. beschränkt u.a. Betäubungsmittel, Waffen und Militärgüter, geschützte Arten (CITES), Edelmetalle und Kulturgüter mit Sonderregeln. Es gelten die EAWU-Verbots- und Beschränkungslisten; Prüfung über das SRC.
Exportkontrolle nach EAWU-Regeln und nationalem Recht; Regierungsbeschluss 808-N (Mai 2023) mit einer Liste von 38 sicherheitsrelevanten Gütern. Armenien selbst ist nicht sanktioniert, gilt aber seit 2022 als Risikoland für Re-Export und Sanktionsumgehung Richtung Russland und wird von EU und USA beobachtet.
Ohne Gewähr — bitte immer mit Spediteur/Zollagent und offiziellen Behörden abgleichen.
Hohe Abhängigkeit vom georgischen Transitkorridor (rund 80 Prozent des Aussenhandels) und vom Pass Oberer Lars, der bei Winterwetter zeitweise gesperrt wird. Geschlossene Grenzen zu Türkei und Aserbaidschan begrenzen die Routenwahl. Geopolitische Spannungen im Südkaukasus sowie das Re-Export-/Sanktionsumgehungs-Thema mit Russland erhöhen das regulatorische Risiko.
Kontinental-alpines Klima mit kalten Wintern; der Pass Oberer Lars (Georgien - Russland) kann durch Schnee und Lawinen tageweise gesperrt sein. Im Mai 2024 beschädigten Überschwemmungen Abschnitte der Strasse M6 Richtung georgische Grenze.
Stand 2026-06-22: Nur die Grenzen zu Georgien und Iran sind für den Güterverkehr offen; die Grenzen zu Aserbaidschan und der Türkei bleiben für den allgemeinen Landverkehr geschlossen. Die Normalisierung mit der Türkei beschleunigt sich: Linienflüge Istanbul-Jerewan seit März 2026 und laut Berichten Anfang Mai 2026 abgeschlossene bürokratische Vorbereitungen für direkten Handel. Der Russland-Handel läuft weiterhin per Lkw über Georgien und den Grenzübergang Oberer Lars.
Stand: 2026-06-22
Operative Hinweise – kein Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte mit Spediteur und offiziellen Stellen abgleichen.
Quellenangaben ohne Gewähr. Für rechtliche/steuerliche Entscheide offizielle Stellen konsultieren.
Ja. Armenien ist seit dem 2. Januar 2015 Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) und wendet den Gemeinsamen Zolltarif an. Einfuhren aus den EAWU-Staaten Russland, Belarus, Kasachstan und Kirgisistan erfolgen ohne Zollabfertigung.
Auf Einfuhren wird eine Mehrwertsteuer von 20 Prozent (Normalsatz) erhoben. Ausfuhren sind zollfrei und mit dem Nullsatz von 0 Prozent belegt. Zuständig ist das Staatliche Steuerkomitee (SRC).
Zoll und Steuern verantwortet das Staatliche Steuerkomitee (State Revenue Committee, SRC) mit der armenischen Zollverwaltung. Es wickelt Einfuhren, Ausfuhren und Transit ab.
Nein. Armenien ist ein Binnenland ohne Meereszugang. Seefracht läuft über die georgischen Schwarzmeerhäfen Poti und Batumi und von dort per Strasse oder Schiene weiter.
Rund 80 Prozent des Aussenhandels laufen über Georgien mit den Übergängen Bagratashen, Bavra und Gogavan sowie dem Pass Oberer Lars Richtung Russland. Im Süden verbindet Meghri/Agarak das Land mit Iran.
Üblich sind Handelsrechnung, Packliste, eine Zolldeklaration bei der armenischen Zollverwaltung, ein Transportdokument (CMR, AWB oder B/L) und bei Präferenzbehandlung ein Ursprungsnachweis. Für kontrollierte Waren kommen Einfuhrgenehmigungen hinzu.
Ja. Es gelten EAWU-Regeln und der Regierungsbeschluss 808-N (2023) mit einer Liste sicherheitsrelevanter Güter. Armenien selbst ist nicht sanktioniert, wird aber seit 2022 von EU und USA wegen Re-Export Richtung Russland als Risikoland beobachtet.
Wichtigster Cargo-Flughafen ist Zvartnots International (EVN) in Jerewan, ergänzt durch Shirak (LWN) in Gjumri. Nahe Zvartnots entsteht ein Luftfracht- und Freihandelszonen-Projekt.
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