An mehreren wichtigen Containerhäfen in China braucht es derzeit Geduld. Besonders angespannt ist die Lage in Shanghai und Ningbo. Schiffe mussten dort Anfang September teilweise bis zu zehn Tage auf einen Liegeplatz warten.
In Shanghai wurden Wartezeiten von sieben bis zehn Tagen gemeldet. In Ningbo waren es bis zu zehn Tage. Yantian bei Shenzhen kam auf drei bis fünf Tage und Nansha bei Guangzhou auf eineinhalb bis zwei Tage. Es trifft also nicht jeden Hafen gleich. ICIS
Ein wichtiger Grund ist die starke Taifunsaison. Mehrere Stürme haben den Hafenbetrieb zeitweise gestoppt oder stark gebremst. Nach einer Schliessung ist ein Hafen zwar wieder offen, der Rückstau verschwindet aber nicht sofort. Verspätete Schiffe treffen gleichzeitig ein, Terminals werden voll und Container stehen länger im Hafen.
Dazu kommt die traditionelle Exportspitze im August und September. Viele Firmen verschiffen Waren für das Herbst- und Weihnachtsgeschäft. Gleichzeitig bringen Konflikte und Umleitungen auf internationalen Routen die Schiffsfahrpläne durcheinander. Dadurch fehlen Schiffe an anderer Stelle oder kommen verspätet in China an.
Am 25. August warteten laut Linerlytica weltweit Schiffe mit mehr als 4,3 Millionen TEU Kapazität auf einen Liegeplatz. Das war absolut mehr als am Höhepunkt der Pandemie. Eine Woche später lag der Wert noch bei 3,92 Millionen TEU. Der Stau ist also etwas zurückgegangen, bleibt aber sehr hoch. Linerlytica
Gefährdet sind vor allem Lieferungen mit knappem Zeitplan. Dazu gehören Saisonware, Ersatzteile, Elektronik, Maschinenkomponenten und Ware für laufende Aktionen. Auch Sendungen mit einem Anschluss in einem anderen asiatischen Hafen können betroffen sein. Wird ein Hafen ausgelassen, bleibt ein Container unter Umständen bis zur nächsten passenden Abfahrt stehen.
Für Firmen ausserhalb Chinas bedeutet das: Das Abfahrtsdatum und die erwartete Ankunft sollten derzeit nicht als feste Termine betrachtet werden.