Die vielen Hafenstörungen in Asien wirken inzwischen wie eine massive Kapazitätskürzung. Laut Sea-Intelligence sind rund 8,5 Prozent der weltweiten Containerflotte durch Verspätungen faktisch gebunden. Das entspricht ungefähr drei Millionen TEU, also drei Millionen 20-Fuss-Containerplätzen.
Die Schiffe sind dabei nicht ausser Betrieb. Sie kommen nur später an und brauchen länger für ihre Umläufe. Dadurch fehlt die Kapazität an anderer Stelle. Ein Dienst, der eine Woche verspätet ist, kann seinen nächsten Fahrplan nicht sauber bedienen. Container, Crews und Terminalfenster geraten ebenfalls durcheinander.
Die Fahrplantreue fiel im August auf knapp unter 50 Prozent. Bei verspäteten Schiffen lag die durchschnittliche Abweichung bei 6,8 Tagen. Haupttreiber waren wiederholte Taifune und Störungen an grossen asiatischen Häfen.
Für Importeure sind die Folgen schnell spürbar: spätere Ankünfte, verpasste Bahn- oder Barge-Anschlüsse, neue Lagertermine und mögliche Standgelder. Auch Exportladung leidet, wenn das vorgesehene Schiff verspätet einläuft oder die Reederei eine Abfahrt auslässt.
Besonders schwierig wird es, wenn mehrere verspätete Schiffe gleichzeitig eintreffen. Dann fehlen am Terminal kurzfristig Kräne, Flächen, Züge und Lastwagen.