Die Huthi-Miliz im Jemen hat eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien erklärt. Vereinfacht gesagt: Schiffe sollen keine saudischen Häfen mehr anlaufen. Wer dort Fracht lädt oder löscht, könnte nach Angaben der Huthis später zum Angriffsziel werden – auch ausserhalb des Roten Meeres.
Die Drohung richtet sich damit nicht nur gegen Schiffe unter saudischer Flagge. Betroffen sein könnten auch internationale Tanker, Massengutfrachter und Containerschiffe, die zuvor einen Hafen in Saudi-Arabien angelaufen haben.
Erste Reedereien reagieren bereits. Die Xin Long Yang hatte im saudischen Hafen Yanbu rund zwei Millionen Barrel Rohöl für China geladen. Statt durch Bab al-Mandab Richtung Asien zu fahren, drehte der Tanker um und nahm Kurs auf den Suezkanal.
Auch die Rodos mit rund 700’000 Barrel Rohöl für Indien kehrte um. Die New Prime, die erst nach Yanbu fahren sollte, änderte ihren Kurs bereits vor der Einfahrt ins Rote Meer.
Bab al-Mandab ist die schmale Meerenge zwischen dem Jemen und Ostafrika. Sie verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Wer von Yanbu nach Asien will, fährt normalerweise durch diese Passage.
Wird Bab al-Mandab gemieden, bleibt für Schiffe im nördlichen Roten Meer nur der Weg zurück durch den Suezkanal, danach durch das Mittelmeer und rund um Afrika. Das kann mehrere Wochen zusätzliche Fahrzeit bedeuten.
Der saudische Hafen Yanbu arbeitet bisher weiter. Tanker, die bereits im Roten Meer sind oder über den Suezkanal kommen, werden weiterhin beladen. Saudi-Arabien hat angekündigt, seine Handelsschiffe zu schützen und auf Angriffe entschlossen zu reagieren.
Die Lage ist deshalb ernst, aber noch nicht mit einer vollständigen Sperrung gleichzusetzen. Entscheidend wird sein, ob es tatsächlich zu Angriffen kommt und ob weitere Reedereien Bab al-Mandab meiden.
