Der Panamakanal reagiert auf geringere Niederschläge in seinem Einzugsgebiet. Die Kanalbehörde hat die Zahl der verfügbaren Durchfahrten im September reduziert und Anpassungen beim maximalen Tiefgang angekündigt. Für Schiffe ohne bestätigten Slot kann dies längere Wartezeiten bedeuten.
Seit dem 3. September stehen nach Angaben der Behörde täglich neun Slots in den Neopanamax-Schleusen und 25 in den Panamax-Schleusen zur Verfügung. Seit dem 15. September sind es bei Panamax noch 23. Damit liegt die Gesamtkapazität bei 32 geplanten Slots pro Tag. Langstrecken-Containerschiffe nutzen meist die grösseren Neopanamax-Schleusen, wo die Kürzung bisher kleiner ausfällt.
Auch der erlaubte Tiefgang bleibt ein Thema. Eine Senkung auf 14,48 Meter wurde bis zum 1. Oktober verschoben. Weniger Tiefgang bedeutet praktisch, dass ein Schiff weniger Ladung aufnehmen kann. Betroffen sind neben Containerschiffen auch Massengut- und Flüssiggasverkehre.
Die Lage ist ernst, aber noch nicht mit der Dürre 2023/24 gleichzusetzen. Freightos hält fest, dass die Kanalbehörde eine weitere Tiefgangsenkung aufgeschoben hat, sich zugleich aber weiter auf Trockenheit einstellt. Entscheidend bleiben Regen, Zuflüsse und der erwartete El-Niño-Effekt. Die Kanalbehörde kann die Regeln deshalb kurzfristig erneut anpassen.
Für Verkehre zwischen Asien und der US-Ostküste sollten Spediteure Routing und Zuschläge genau prüfen. Je nach Reederei kommen Alternativen über Suez, die US-Westküste mit Bahnanschluss oder längere Wartezeiten in Panama infrage.
