Die Trockenheit des Sommers 2026 trifft die Schweizer Landwirtschaft hart. Auf vielen Höfen wird bereits jetzt Heu verfüttert, das eigentlich für den Winter vorgesehen war. Der Schweizerische Raufutterverband schätzt, dass im kommenden Winter zwischen 600’000 und 800’000 Tonnen Futter fehlen könnten.
Normalerweise beschafft die Schweiz zusätzliches Heu vor allem in Frankreich, Deutschland oder Italien. Doch auch dort sind die Mengen knapp. Laut dem Raufutterverband stehen in Süddeutschland teilweise nur 30 bis 50 Prozent der normalen Erträge zur Verfügung. In Frankreich sind neue Mengen kaum noch erhältlich und Italien wurde in kurzer Zeit weitgehend leergekauft.
Deshalb wird nun sogar Heu aus Kanada interessant. Beim kanadischen Exporteur Barr-AG in Alberta werden erste Container für Schweizer Abnehmer vorbereitet. Das Heu wird stark zusammengepresst. Nur so lässt sich genügend Ware in einen Container laden und der lange Transport einigermassen bezahlen.
Die geplante Transportkette beginnt in Olds in der Provinz Alberta. Von dort fahren die Container per Bahn nach Montreal. Danach geht es mit dem Containerschiff nach Antwerpen und schliesslich per Lastwagen in die Schweiz. Für die gesamte Strecke werden rund 45 Tage gerechnet.
Dass sich ein solcher Transport überhaupt lohnt, liegt an den hohen Heupreisen und günstigen Rücktransporten. In Nordamerika stehen viele Leercontainer, die wieder nach Europa oder Asien müssen. Gleichzeitig ist auf gewissen Schiffen ausreichend Platz vorhanden.
Importheu kostete laut den Berichten im Frühling rund 22 Franken pro 100 Kilogramm. Inzwischen werden bis zu 40 Franken verlangt. Der Bund hat die Grenzbelastung für Heu und Grassilage per 1. August 2026 gesenkt. Die Ware muss trotzdem korrekt beim Zoll angemeldet werden. Für entsprechende Futtermittelimporte kann zudem eine Generaleinfuhrbewilligung nötig sein.

