Mehrere Taifune haben seit Juli den Hafenbetrieb in Ostasien gestört. Besonders im Raum Shanghai und Ningbo kam es zu Unterbrüchen, verspäteten Schiffsanläufen und Rückständen. Freightos spricht von mehr als fünf Stürmen und schwerer Überlastung an wichtigen chinesischen Containerdrehscheiben.
Ein Taifun wirkt länger als die eigentliche Hafenschliessung. Schiffe warten vor der Küste, verlieren ihren Liegeplatz oder lassen einen Hafen ganz aus. Container werden dann auf spätere Abfahrten verschoben oder über einen anderen Hafen umgeladen. Dieses Transshipment, also Umladen auf ein anderes Schiff, schafft zusätzliche Schnittstellen und Fehlerquellen.
Die Lage trifft nun auf die Golden Week Anfang Oktober. Während der chinesischen Feiertage arbeiten viele Fabriken und Logistikbetriebe nur eingeschränkt. Reedereien passen ihre Kapazitäten an und streichen einzelne Abfahrten, sogenannte Blank Sailings. Wenn vor den Ferien gleichzeitig viele Exporteure Ware ausliefern wollen, kann der verfügbare Platz schnell knapp werden.
Für europäische und Schweizer Importeure reicht es deshalb nicht, nur das geplante Abfahrtsdatum zu kennen. Wichtig ist, ob der Container bereits am Terminal angenommen wurde, tatsächlich auf dem vorgesehenen Schiff steht und ob der Hafenanlauf bestätigt bleibt.
Auch nach der Golden Week ist nicht sofort Ruhe. Rückstände brauchen oft mehrere Umläufe, bis Fahrpläne wieder stabil sind. Bei saisonaler Ware kann eine Woche Verspätung bereits zu Fehlbeständen oder teurer Luftfracht führen.