YE · YEM
Konfliktland / strategische Lage an der Meerenge Bab al-Mandab
Hauptstadt: Sanaa
Kurzprofil
Der Jemen (ISO-Code: YE) liegt im Süden der Arabischen Halbinsel und grenzt an Saudi-Arabien, Oman sowie an das Rote Meer und den Golf von Aden. Politisch ist das Land seit Jahren von innerstaatlichen Konflikten geprägt und gilt international als fragiler Staat mit eingeschränkter staatlicher Kontrolle. Das Klima ist überwiegend arid bis semiarid, mit sehr heissen Temperaturen in den Küsten- und Wüstenregionen sowie gemässigteren Bedingungen im Hochland. Wirtschaftlich verfügt der Jemen nur über eine geringe industrielle Basis und eine stark eingeschränkte logistische Leistungsfähigkeit. Die wirtschaftlich-logistische Bedeutung liegt vor allem in der strategischen Lage nahe der Seestrasse Bab al-Mandab, einer der wichtigsten globalen Seehandelsrouten. Im Aussenhandel spielt der Jemen eine marginale Rolle, wobei Rohöl- und Gasexporte historisch von Bedeutung waren. Die Importabhängigkeit ist sehr hoch, insbesondere bei Nahrungsmitteln, Treibstoffen, medizinischen Gütern und Konsumwaren. Eine Transitfunktion besteht potenziell aufgrund der geografischen Lage, ist jedoch infolge der Sicherheitslage stark eingeschränkt. Die Landeswährung ist der Jemen-Rial (YER).
Erwähnte Länder
Import-System
Elektronische Abfertigung über ASYCUDA World; Einfuhrzölle grob 5 bis 25 Prozent, Nahrungsmittel und Medikamente meist zollfrei, Tabak sehr hoch.
Export-System
Ausfuhranmeldung über ASYCUDA World; Exporte weitgehend zollfrei. Abwicklung durch Konflikt und geteilte Verwaltung erschwert.
Einfuhrsteuer / MwSt
GAFTA-Ursprungsnachweis für arabische Partnerländer; sonst allgemeines Ursprungszeugnis der Handelskammer.
Verboten/beschränkt: Alkohol, Schweinefleisch, Waffen und Munition, bestimmte Chemikalien; Einfuhrlizenzen für sensible Güter.
UN-Waffenembargo (Res. 2216); Ansar Allah (Huthi) als US-SDGT (2024) und FTO (2025) gelistet, OFAC-Sanktionen; erhöhte Sorgfaltspflicht.
Ohne Gewähr — bitte immer mit Spediteur/Zollagent und offiziellen Behörden abgleichen.
Kurzer Praxis-Überblick für internationale Sendungen nach Asien. Je nach Zielland sind Produktanforderungen, Zertifikate und Freigabeprozesse teils stark unterschiedlich.
Hinweis: Anforderungen hängen von Ware, Ursprung, Incoterms, Wert und Empfänger ab. Bitte im Zweifel immer mit Spediteur/Zollagent und offiziellen Stellen abgleichen.
Offizielle Links
Hinweis: Regionale/übergreifende Quellen. Länderspezifische Behördenlinks werden schrittweise ergänzt.
Andauernder Bürgerkrieg, geteilte staatliche Kontrolle (Aden/Sanaa), Sicherheitsrisiken, fragile Infrastruktur und Währungskrise mit zwei konkurrierenden Zentralbanken.
Sommermonsun (Kharif) im Hochland Juni bis September; Zyklonrisiko am Golf von Aden und Arabischen Meer; Sandstürme und extreme Hitze an der Küste.
Rotmeer-Krise: Waffenruhe seit Okt. 2025, doch 2026 erneute Eskalationsdrohungen der Huthi; Verkehr durch Bab al-Mandab weit unter Vorkriegsniveau, Hafenkapazitäten reduziert.
Stand: 2026-07-01
Operative Hinweise – kein Anspruch auf Vollständigkeit. Bitte mit Spediteur und offiziellen Stellen abgleichen.
Quellenangaben ohne Gewähr. Für rechtliche/steuerliche Entscheide offizielle Stellen konsultieren.
Zuständig ist die Yemen Customs Authority, die dem Finanzministerium untersteht. Die Abfertigung erfolgt elektronisch über das System ASYCUDA World. Durch den Konflikt ist die Verwaltung zwischen Aden und Sanaa geteilt.
Die Zollsätze liegen grob zwischen 5 und 25 Prozent je nach Warenart. Nahrungsmittel und Medikamente sind meist zollfrei oder niedrig belastet, während Tabakwaren sehr hoch besteuert werden.
Der Jemen erhebt keine klassische MwSt, sondern eine allgemeine Verkaufssteuer (GST) mit einem Standardsatz von 5 Prozent; auf Telekomdienste gelten 10 Prozent.
Die wichtigsten Häfen sind Aden (Süden, am besten funktionsfähig), Hodeidah und Al Salif am Roten Meer (zentral für Hilfsgüter) sowie Mukalla am Golf von Aden.
Es gelten ein UN-Waffenembargo (Resolution 2216) sowie US-Listungen der Huthi-Bewegung Ansar Allah als SDGT (2024) und FTO (2025). Transaktionen erfordern eine erhöhte Sanktions- und Sorgfaltsprüfung.
Seit der Waffenruhe im Oktober 2025 gab es 2026 keine Angriffe auf Handelsschiffe, doch der Verkehr durch Bab al-Mandab bleibt weit unter Vorkriegsniveau und Eskalationsdrohungen bestehen. Viele Reedereien meiden weiterhin die Route.
Seit 2016 gibt es zwei konkurrierende Zentralbanken in Aden und Sanaa. Der neue Rial in Regierungsgebieten und die alten Banknoten in Huthi-Gebieten werden zu stark unterschiedlichen Kursen gehandelt.
Für internationale Transporte helfen diese Begriffe als Schnellstart: