Die Lage am südlichen Eingang zum Roten Meer hat sich erneut verschärft. Die Huthi haben in wenigen Tagen die Hafenstadt Mokha und mehrere strategisch gelegene Inseln eingenommen. Damit können sie den Schiffsverkehr im Bab al-Mandab besser beobachten und bedrohen.
Die Meerenge ist nicht komplett geschlossen. Mehrere Handelsschiffe sind zuletzt weiterhin durchgefahren. Sicher ist die Passage deshalb aber nicht. Die aktive US-Schifffahrtswarnung nennt ballistische Raketen und Marschflugkörper, unbemannte Luft-, Überwasser- und Unterwasserfahrzeuge, Beschuss aus Booten, Sprengstoffanschläge und erzwungene Enterversuche als mögliche Gefahren.
Besonders im Fokus stehen Schiffe mit Verbindung zu Saudi-Arabien. Die Huthi hatten bereits im Juli eine Seeblockade gegen Schiffe angekündigt, welche saudische Häfen bedienen. Für Ladungen nach Jeddah und für Öltransporte ab Yanbu wird die Planung damit schwieriger.
Die wichtigste Ausweichroute bleibt das Kap der Guten Hoffnung. Schiffe zwischen Asien und Europa umfahren dabei ganz Afrika. Laut Le Monde verlängert sich die Reise um mindestens zehn Tage. Je nach Start- und Zielhafen können es deutlich mehr werden. Dazu kommen mehr Treibstoff, höhere Versicherungsprämien und zusäztliche Charterkosten.
Für Ladungen in die Golfregion stehen Landbrücken zur Verfügung. Container können beispielsweise über Salalah, Sohar, Fujairah oder Jeddah entladen und per Lastwagen weitertransportiert werden. Solche Lösungen haben aber Grenzen. Die Kapazitäten sind kleiner, Zollverfahren werden komplizierter und auch die Lage rund um die Strasse von Hormus bleibt unsicher.
Dringende oder hochwertige Ware kann auf See-Luft-Verbindungen wechseln. Dabei läuft die Ware per Schiff bis zu einem sicheren Umschlagplatz und fliegt von dort weiter. Das spart Zeit, ist aber deutlich teurer.
Eine einfache Ersatzroute gibt es derzeit nicht. Verlader müssen zwischen Sicherheit, Laufzeit, Verfügbarkeit und Kosten abwägen.
