MSC tastet sich offenbar deutlich schneller zurück auf die Route durch den Suezkanal und das Rote Meer.
Laut Linerlytica wurden sieben MSC-Schiffe dokumentiert, die wieder durch Suez und anschliessend durch die Meerenge Bab el-Mandeb gefahren sind. Darunter sind echte Grosscontainerschiffe: Die MSC Irina hat eine Kapazität von 24'346 TEU, die MSC Amelia von 23'782 TEU.
Bemerkenswert ist die Art der Passage. Laut Linerlytica waren bei allen sieben Fahrten durch Bab el-Mandeb die AIS-Transponder ausgeschaltet. AIS ist das automatische Schiffsidentifikationssystem, über das Position und Bewegungsdaten eines Schiffes sichtbar werden. Die sogenannten «Dark Transits» sollen die Schiffe in der besonders gefährdeten Region weniger leicht verfolgbar machen.
Trotzdem sollte man daraus noch keine vollständige Rückkehr von MSC zum Suezkanal machen. MSC selbst hat eine generelle Rückkehr bisher nicht angekündigt. Die beobachteten Fahrten waren bislang ostwärts Richtung Asien. Linerlytica erwartet allerdings weitere solche Passagen.
Der Hintergrund ist auch wirtschaftlich. Die Umfahrung Afrikas über das Kap der Guten Hoffnung kostet Zeit und bindet sehr viel Schiffskapazität. Eine Rückkehr durch Suez kann je nach Verbindung ungefähr sieben bis 14 Tage Fahrzeit sparen. Gleichzeitig kämpfen wichtige chinesische Häfen nach Taifunen mit Rückständen und Wartezeiten von teilweise bis zu zwölf Tagen.
Für die Frachtraten ist das wichtig. Wenn mehr Schiffe wieder die kürzere Suez-Route nehmen, wird weniger zusätzliche Kapazität durch die lange Afrika-Umfahrung gebunden. Das kann zusätzlichen Druck auf die Seefrachtraten bringen. Der Shanghai-Nordeuropa-Index lag zuletzt bei rund 4'811 USD je 40-Fuss-Container und damit etwa 3 Prozent unter dem Stand vom 7. August.
