Mexikanische Lastwagenfahrer haben mehrere Tage lang den kommerziellen Grenzübergang Mexicali–Calexico East blockiert. Der Protest richtete sich gegen den Entzug von B-1-Visa durch US-Behörden. Am Freitag wurde die Aktion auf den Übergang San Luis Río Colorado–Yuma ausgeweitet.
Seit Sonntagmittag sind die Blockaden beendet. Rund 300 Fahrer zogen ihre Fahrzeuge zurück, nachdem eine Gesprächsrunde mit Behörden in Baja California eingerichtet wurde. Eine dauerhafte Lösung gibt es noch nicht. Die Fahrer drohen deshalb mit neuen Protesten, falls die Gespräche keine Ergebnisse bringen.
Mit einem B-1-Visum dürfen mexikanische Fahrer internationale Sendungen in die USA bringen oder dort übernehmen. Reine Inlandtransporte zwischen zwei Punkten in den USA sind dagegen grundsätzlich nicht erlaubt. Das wird als Kabotage bezeichnet.
Genau bei dieser Abgrenzung liegt der Streit. Nach Angaben von CANACAR werten einzelne US-Beamte auch bestimmte Bewegungen mit leeren Trailern als Verstoss. Für Fahrer und Disponenten ist offenbar nicht immer klar, welche Leerfahrt noch zum internationalen Transport gehört und welche bereits als US-Inlandtransport gilt.
CANACAR schätzt, dass entlang der mexikanischen Nordgrenze mehr als 25’000 Visa entzogen wurden. Rund 4’000 Fälle sollen Baja California beziehungsweise den Raum Tijuana und Mexicali betrofen haben. Offizielle Zahlen der US-Regierung liegen dazu nicht vor.
Für die Logistik ist das heikel. Verliert ein Fahrer sein Visum, fällt er praktisch sofort für grenzüberschreitende Touren aus. Das bringt Umladungen, Fahrerwechsel, längere Wartezeiten und zusätzliche Kosten.
Separat dazu startet die US-Grenzbehörde CBP am 14. September an der Colombia-Solidarity-Brücke bei Laredo ein 90-tägiges Pilotprogramm. Leere Zugmaschinen und Trailer können dort von Montag bis Freitag bereits ab 07:00 Uhr abgefertigt werden. Das Programm hat aber keinen direkten Zusammenhang mit dem Visa-Streit in Mexicali.