Am Rhein hat sich die Niedrigwasserlage nochmals zugespitzt. Der amtliche Pegel bei Kaub stand am 27. September bei minus 2 Zentimetern. Am Folgetag wurden wieder ungefähr 3 Zentimeter angezeigt. Kaub ist für die Güterschifffahrt besonders wichtig, weil die flache Mittelrheinstrecke die mögliche Beladung vieler Schiffe bestimmt.
Dabei wird der Pegel oft falsch verstanden. Null Zentimeter am Pegel heisst nicht null Zentimeter Wasser im Fluss. Der Pegelnullpunkt ist eine festgelegte Bezugshöhe. Kapitäne und Reedereien leiten daraus zusammen mit Schiffsdaten ab, wie viel Tiefgang noch möglich ist.
Praktisch bedeutet die Lage: Schiffe können teilweise weiterfahren, müssen aber erheblich weniger laden. Für dieselbe Gütermenge werden mehr Fahrten oder zusätzliche Schiffe gebraucht. Das verteuert Transporte von Mineralöl, Chemie, Baustoffen und Containern. Auch Niedrigwasserzuschläge werden wahrscheinlicher.
Für die Schweiz ist das Thema besonders heikel. Ein grosser Teil der Importgüter für die Region Basel kommt über den Rhein. Wenn Bargen weniger aufnehmen, steigt der Druck auf Bahnterminals und Lkw-Kapazitäten. Dazu kommen mögliche Wartezeiten bei Umschlag und Tanklagern.