Der Panamakanal bereitet sich auf einen möglicherweise sehr starken El Niño vor. Die US-Klimabehörde NOAA sieht für Oktober bis Dezember 2026 eine Wahrscheinlichkeit von 81 Prozent, dass sich ein sehr starkes El-Niño-Ereignis entwickelt. Der Panamakanal warnt deshalb vor möglichen weiteren Kapazitätsbeschränkungen. Noch sind aber keine umfangreichen Kürzungen der täglichen Transitzahlen beschlossen.
Bereits konkret sind die neuen Tiefgangslimits für die Neopanamax-Schleusen. Der Tiefgang beschreibt, wie tief ein beladenes Schiff im Wasser liegt. Seit dem 24. Juli liegt der maximal erlaubte Tiefgang bei 14,94 Metern beziehungsweise 49 Fuss. Ab dem 15. August wird er nochmals auf 14,78 Meter beziehungsweise 48,5 Fuss reduziert.
Für Containerreedereien kann dies bedeuten, dass einzelne Schiffe weniger Ladung aufnehmen dürfen. Besonders schwere Container könnten später verladen, auf andere Abfahrten verschoben oder über alternative Routen transportiert werden. Ob dies tatsächlich in grösserem Umfang passiert, hängt von den Wasserständen im Gatúnsee und der Auslastung der Schiffe ab.
MSC reagiert bereits mit einem Panama Canal Surcharge, kurz PCS. Ab dem 19. August 2026 verlangt die Reederei 100 USD pro TEU. Bei einem 40-Fuss-Container entspricht dies normalerweise 200 USD. Massgebend ist das Gate-in-Datum.
Der Zuschlag gilt nicht für sämtliche MSC-Verkehre durch den Panamakanal. Betroffen sind Transporte aus Südostasien, China, Südkorea und Japan zur US-Ostküste und zur US-Golfküste. Der Zuschlag gilt für alle Ladungsarten und bis auf Weiteres.
Meldungen über eine bereits beschlossene Reduktion von 36 auf 34 tägliche Buchungsslots sind überholt. Die vorübergehend geplante Aussetzung bestimmter kurzfristiger Panamax-Auktionen wurde wieder aufgehoben. Weitere Kürzungen bleiben aber möglich, falls sich die Wasserlage verschlechtert.
