Samsung Electronics America zieht gegen die französische Reederei CMA CGM vor die US-Seefrachtbehörde Federal Maritime Commission, kurz FMC. Der verlangte Betrag hat es in sich: mindestens 186 Mio. US-Dollar.
Davon entfallen laut Klageschrift rund 148 Mio. Dollar auf bezahlte Demurrage-, Detention-, Bahn- und weitere Nebenkosten. Weitere 8,1 Mio. Dollar betreffen zusätzliche Aufwände für den Inlandtransport. Dazu kommen mindestens 30 Mio. Dollar Zinsen. Ob Samsung damit durchkommt, ist völlig offen.
Im Zentrum stehen sogenannte Store-Door-Transporte. Dabei übernimmt die Reederei nicht nur die Seestrecke, sondern auch den Transport vom US-Hafen bis zum vereinbarten Lager oder Empfänger. Samsung behauptet, CMA CGM habe diese Inlandtransporte teilweise nicht richtig ausgeführt und die daraus entstandenen Kosten trotzdem weiterbelastet.
Die Klage nennt mehr als 121'000 einzelne Belastungen. Darunter befinden sich über 26'000 Demurrage-Fälle und mehr als 94'000 Detention-Fälle. Demurrage ist vereinfacht gesagt Lagergeld im Terminal. Detention fällt an, wenn ein Container ausserhalb des Terminals zu lange behalten und verspätet zurückgegeben wird.
Ein Beispiel zeigt, wie schnell das aus dem Ruder laufen kann: Ein Container wurde von Busan nach The Colony in Texas gebucht und im August 2021 in Long Beach entladen. Laut Samsung wurde der Türtransport nachträglich in einen Container-Yard-Transport umgewandelt. Am Ende standen 162'799 Dollar Bahnlagerkosten auf der Rechnung.
Bis jetzt sind dies Vorwürfe von Samsung. CMA CGM muss noch formell antworten. Der erste Richterentscheid ist spätestens für September 2027 vorgesehen, der endgültige FMC-Entscheid für März 2028.
